calymne

you've gotta get up and try and try and try

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für das Arschlochpferd.

„Arschlochpferd – allein unter Reitern“ ist ein FB Account, und auch wenn ich schon länger nicht mehr reite und mich in der Stallszene bewege, die Texte von Nika Daveron wecken tolle Erinnerungen an diese schöne Zeit unter pferdebekloppten Menschen. (Es gibt inzwischen auch ein Buch, Papier oder Kindle: klick)

Mit Genehmigung hier ein Text von Ihr:

nur nicht dreckig werden

Wir Reiter wissen ja eigentlich, dass es unmöglich ist, im Stall sauber zu bleiben. Trotzdem versuchen wir das manchmal – aus Gründen: Wir haben noch was vor und wollen nur schnell Medizin geben. Oder wir haben Arbeitsklamotten an und wollten nur eben Hallo sagen. Ich weiß auch gar nicht, warum wir immer wieder auf diese Idee kommen: “Nur mal kurz und dann werden wir nicht dreckig.” Das ist wie: “Nur mal kurz reinstecken und ein bisschen schwanger.” Natürlich werden wir dreckig! Besonders dann, wenn wir uns das Gegenteil vorgenommen haben.

Zum Beispiel: Nur kurz dem Tierarzt beiwohnen. Man hat eigentlich abends noch die Weihnachtsfeier von der Firma, oder beliebiges anderes Event, das auf jeden Fall ein sauberes Äußeres erfordert. Aber es kann niemand beim impfen dabei sein und möchte ja nur mal eben. Gleichbedeutend mit: Das Pferd steht grundsätzlich in der letzten Ecke jeder Weide, mit Blick auf die größte Matschpfütze. Nur an solchen Tagen kommen Pferde übrigens auf die Idee einen Schnellstart hinzulegen, wenn der Reiter sich der Pfütze nähert und dann wie Fury angaloppiert zu kommen. Leider nehmen die keinerlei Rücksicht auf Matschspritzer.
Oder wir kriegen das Pferd, aber es hat vorher Gras gefressen, noch einen Schluck getrunken und sabbert uns beides erst mal spontan über die Bluse.

Auch ein nicht sabberndes Pferd macht uns schneller dreckig als wir gucken können. Einmal mit dem Kopf gestupst und Schwupp: Staub. Oder ein Schritt zurück und rein in den Matsch. Matsch ist sowieso unser ärgster Feind, wenn wir nur mal schnell etwas machen wollen. Wenn wir clever sind, haben wir Gummistiefel dabei. Wenn wir Gummistiefel dabeihaben, spritzt der Matsch aber auch einfach höher – ist ein Naturgesetz. Haben wir keine Stiefel zum wechseln, geht es immer bis kurz vor Schluss gut. Nur noch schnell nach der Wunde sehen und einmal desinfizieren, ein spontaner Tanz um die Pfützen und alles ist doch gut. Bis man auf dem Rückweg zu seinem Auto doch noch die Pfütze erwischt und zu seinem wichtigen Event mit einem nassen Fuß tapern darf.

Und wenn uns nicht das Pferd dreckig macht, dann macht es der Stall – eigentlich wissen wir ja auch, dass es da dreckig ist. Aber wundern uns trotzdem, wenn wir “nur mal kurz” was machen wollten, und unsere weißen Ballerinas aussehen wie aus dem Arsch gezogen. Spontan lassen wir auch gerne Handtaschen und Jacken fallen, um uns dann im Restaurant zu wundern, wieso wir schon wieder dreckig sind. Oder warum es hier nach Pferd muffelt?

Je nach Reiterauto müssen wir ja nur in unserem Auto fahren, um Stroh und Heu mitzubringen. Ist halt doof, wenn man ausnahmsweise mal in gut irgendwohin wollte. Putzen wir deswegen unser Auto? NEIN! Und was tun wir dann? Uns wundern, warum wir schon wieder dreckig sind!
Wir schaffen es aber auch überall dreckig zu werden. Nur mal kurz was in die Hand genommen: Hui, lustige Schmodderhände. Geht ja noch, kann man waschen. Hosen (an denen wir reflexartig unsere Finger abschmieren) jedoch nicht. Jedenfalls nicht während wir sie anhaben und wenn wir in fünf Minuten beim Kundengespräch in Hintertupfingen sein wollen. Ich erwische mich bei solchen Aktionen eh immer erst Hinterher: “Ahhhhh, das war die gute Bürohose” … Amöbenhirn eben.

Hat ja nie einer gesagt, dass Reiter sich bei so was klug anstellen. Überhaupt, wenn wir nicht gerade ins Restaurant gehen, oder auf eine Taufe wollen, haben wir erstaunlich wenig Probleme, auch mal in dreckig in den Supermarkt zu stratzen. Wir klopfen auch brav unsere Schuhe ab. Aber es juckt uns halt nicht, wenn unser Rücken voller Pferdehaare ist, oder unsere Ärmel mal im Matsch getaucht wurden. Meist stört das nur die anderen Leute. Können wir ja sogar fast verstehen. Obwohl wir gar nicht stören. Wir wollen ja nur schnell nach dem Stall noch mal einkaufen.

Reiter wollen immer alles “mal eben schnell” machen. Sie wissen eben einfach nur nicht, sich entsprechend zu kleiden.

den flapsigen Schreibstil muss man mögen, ist klar, aber ich finds klasse und schwelge in alten Zeiten mit einem fetten Grinsen im Gesicht noch mal der Link zum Buch: klick

calymne

Autor: calymne

* Januar 1980, gewohnt in: Hagen - München - Hamburg - München - Triesdorf - München - Gütersloh (und nein, danach ist nicht wieder München geplant)

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